Deutsch am ASG

  

  

„Lesen ist Denken mit fremdem Gehirn.“ Jorge Luis Borges

Reflexion über andere Zeiten, Denkweisen, Geschichten, Eintauchen in fremde Welten, Neues erfahren und verstehen – all dies kann Literatur sein und leisten. In diesem Sinne ist es uns ein Anliegen, im Fach Deutsch Begeisterung für Lesen, Schreiben, Kommunikation und Medien zu wecken. Literarische Texte stehen dabei ebenso im Fokus wie ein bewusster Umgang mit Sprache und Kommunikation, auch in digitalen Kontexten, um mit unseren Schülerinnen und Schülern gemeinsam alte und neue Welten und Medien zu entdecken und zu erkunden, zu erfahren wie Sprache funktioniert, Standpunkte einzunehmen und das eigene Denken zu reflektieren. 

Durch einen kompetenzorientierten, abwechslungsreichen und fundierten Unterricht und zahlreiche Projekte (s. Projekte) soll so die schulische, aber auch private und berufliche Entwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Schülerinnen und Schüler gefördert werden. Darüber hinaus ermöglicht beispielsweise eine gezielte Rechtschreibförderung durch den Lernserver (s. Projekte) die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler und ein Literaturkurs und eine Theater-AG ermöglichen weitere Zugänge zu Literatur. 

In der Erprobungsstufe beschäftigen wir uns mit der neuen Schule, mit altersgerechten literarischen Texten wie z.B. Märchen, Jugendromanen oder Sagen und Sachtexten über interessante Themen. Zudem machen wir Erfahrungen mit dem Argumentieren sowie grammatischen Phänomenen und lernen gemeinsam die Bibliothek kennen. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei an das gymnasiale Lernen und Arbeiten herangeführt. Im Bereich der Rechtschreibung und Zeichensetzung wird den unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen die Schülerinnen und Schüler zu uns kommen, durch individuelle Förderung Rechnung getragen.

Aufbauend auf den erworbenen Kompetenzen aus der Erprobungsstufe lernen die Schülerinnen und Schüler weitere Textsorten wie Balladen, Reportagen oder Dramen kennen. Sie reflektieren Sprache und beschäftigen sich mit ihrer Identität in sprachlichen und medialen Kontexten. Dabei vertiefen sie ihre Fähigkeiten in Rechtschreibung, grammatischen Phänomenen, Stil und Ausdruck.

In der Oberstufe ist es uns ein Anliegen durch einen wissenschaftspropädeutischen und zugleich lebensweltbezogenen Unterricht die Neugier und Lesefreude zu erhalten und einen angemessenen Umgang mit Sprache und Literatur zu fördern. So stehen neben „Klassikern“ der Literatur und deren Inszenierung auch Texte, Gedichte und Lebensentwürfe moderner Autorinnen und Autoren ebenso im Fokus wie die Reflexion über Spracherwerb und Sprachgebrauch – besonders auch im digitalen Zeitalter und in verschiedenen Medien.

Im Fachunterricht der Jahrgangsstufen 5 und 6 liegt ein Augenmerk auf der Förderung der Rechtschreibkompetenz. Um diese zu fördern und dem unterschiedlichen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, wird mit dem „Lernserver Individuelle Förderung“ gearbeitet, der von der Universität Münster entwickelt wurde und eine differenzierte Rechtschreibdiagnose mit der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern verbindet. Die differenzierte Einordnung der Rechtschreibkompetenz sowie die symptomspezifische Diagnostik des Förderbedarfs ermöglichen eine gezielte Förderung aller Schülerinnen und Schüler. Die Schülerinnen und Schüler erhalten durch eine Wiederholung der Diagnostik eine differenzierte Rückmeldung über die eigene Lernprogression in Hinblick auf ihre Rechtschreibkompetenz. 

Sollte sich ein erhöhter Förderbedarf im Bereich der Rechtschreibkompetenz ergeben, findet für das Fach Deutsch in den Jahrgangsstufen fünf und sechs einmal wöchentlich in kleinen Lerngruppen Förderunterricht statt. In diesem Rahmen können die Schülerinnen und Schüler mithilfe individualisierter Materialien nachhaltig gefördert werden. 

Um die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern, nutzt die Fachkonferenz das Online-Portal Antolin, in dessen Fokus die Leseförderung für Kinder und Jugendliche steht. Die Schülerinnen und Schüler werden durch besondere Anreize, bspw. durch die Erstellung oder Beantwortung eines Quiz, zum eigenständigen Lesen angehalten. Grundlage der Förderung sind hier die Informationen zum Textverständnis und zur Leseleistung der/s jeweiligen Schülerin/Schülers, bspw. über die Entwicklung der individuellen Lesebiografie. Durch die Einbeziehung des Portals in den Fachunterricht, beispielsweise indem Aufgabenstellungen an selbst gewählter „Antolin-Literatur“ erarbeitet werden, besteht ein zusätzlicher Anreiz, sich interessengeleitet mit dem Medium Buch auseinanderzusetzen. 

Darüber hinaus nimmt das Albert-Schweitzer-Gymnasium jährlich am Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels teil. Besonders lesebegeisterte Kinder der sechsten Klassen erhalten hier die Gelegenheit, zunächst in einem internen Wettbewerb durch besondere Vorleseleistungen ausgezeichnet zu werden. Die besten Vorleserinnen und Vorleser der sechsten Klassen treten anschließend vor einer Schuljury gegeneinander an. 

Darüber hinaus wird der Ausbau einer positiven Lesehaltung durch die freie Lesezeit gefördert. Die freie Lesezeit wird regelmäßig in der Vorweihnachtszeit in der gesamten Sekundarstufe I durchgeführt. Einen Monat lang dürfen die Kinder Bücher ihrer Wahl innerhalb der regulären Unterrichtszeit in verschiedenen Fächern 15 Minuten lang pro Tag lesen.  

Im Rahmen der Differenzierung in der Stufe 9 können die Schülerinnen und Schüler das Fach „Deutsch-Kunst“ wählen. „Deutsch-Kunst“ bietet Schülerinnen und Schülern mit literarisch-sprachlich-künstlerischem Interesse die Gelegenheit, diesem in fächerverbindenden Projekten nachzugehen. Besonders zu betonen ist hierbei die starke Produktionsorientierung und Praxisnähe des Fachs, in dem z. B. Theaterprojekte oder Filmprojekte umgesetzt werden. 

In der Einführungsphase der Oberstufe kann ein Literaturkurs belegt werden. Die Projekte des Literaturkurses variieren und reichen von szenischen Lesungen bis hin zur Einstudierung und Aufführung eines Theaterstücks. Durch die Projektorientierung erhalten die Lernenden Raum, Talente und Fähigkeiten auszuleben und weiterzuentwickeln.