Geschichte

In der Ausgabe vom 4. März 2004 schrieb die Wochenzeitschrift „Die Zeit“: „Es ist als habe das Jahr 1974 alles Wichtige hervorgebracht, was es seither in Deutschland (zu kaufen) gibt: den Golf, Birkenstocks Zweiriemen-Sandalen, das Überraschungsei, das Ceranfeld, die eckigen Linienbusse. Und aus dem Ausland kam Ikea zu uns, der Taschenrechner und die Sofortbildkamera. Das ganze Land befand sich in einer Art Aufbruch. Und im Sommer gewann dann Deutschland die Fußballweltmeisterschaft.“

In einer solchen Aufbruchstimmung befand sich auch StD Gerhard Kirsten. Allerdings waren seine Gedanken nicht so sehr im Münchner Olympia-Stadion bei der Nationalelf, sondern sie richteten sich eher auf den Stotzheimer Fußballplatz, in dessen unmittelbarer Umgebung das neue Hürther Gymnasium in diesem Spätsommer seinen Anfang nehmen sollte, und dessen Schulleiter er werden würde. Doch danach hatte es wenige Monate zuvor noch nicht ausgesehen. Erst Pfingsten 1974 meldete der Kölner Stadtanzeiger: „Es ist geschafft!“ Pünktlich zum Schuljahresbeginn konnten 3 Klassen in ein Provisorium auf dem Gelände der heutigen Milos-Sovak-Schule ihren Unterricht aufnehmen.

 

 

Das erste Schulgebäude des ASG in Stotzheim im Jahr 1975

Geplant war das heutige ASG nach langem Ringen als sog. Progymnasium mit Sekundarstufe I als Entlastung für das völlig überfüllte Gymnasium an der Bonnstraße. Aus diesem Progymnasium sollte irgendwann womöglich eine Gesamtschule entstehen. Diese Grundüberlegungen sollten auf Jahre hinaus wie ein Damoklesschwert über der neugegründeten Schule schweben und immer wieder für Aufregung innerhalb der Schulgemeinde sorgen. Da aber allem Anfang auch ein Zauber innewohnt, entwickelte der „kleine Bruder“(so Direktor Draaf vom Gymnasium Bonnstraße) von Beginn an eine ungeheure Dynamik. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die sich für das Gymnasium i.E. Sudetenstraße – denn dahin zog man nach einem Jahr um – entschieden, wuchs ständig. 1977/78, als auch der letzte Bauabschnitt des neuen Gebäudes fast fertig war, konnte man gar 6 Eingangsklassen 5a-f (f wie Flörken) bilden.

Möglicherweise hing dieser neuerliche Zuwachs mit der Entscheidung der Schulpolitiker zusammen, auch am Standort Sudetenstraße die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe zu genehmigen. Allerdings war auch diese logische Konsequenz wiederum Ergebnis äußerst kontrovers geführter Debatten im schulpolitischen Raum der Stadt Hürth und darüber hinaus. Die Lehrerkonferenzprotokolle aus dieser Zeit geben beredtes Zeugnis davon.
War zwar nunmehr ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum vollausgebauten Gymnasium getan und schien auch die Gesamtschuldebatte zu verstummen, so drohte mit der geplanten Einführung der sog. Koop-Schule neues Ungemach. Denn das große und moderne Gebäude an der Sudetenstraße – als Schulzentrum geplant – schien wie geschaffen für die neue Schulform, in der Gymnasium Hauptschule und Realschule miteinander kooperieren sollten. Während die Koop-Schule für die Verfechter der Gesamtschule nur ein fauler Kompromiss war, stellte sie für die Vertreter des dreigliedrigen Schulsystems einen ersten Schritt in Richtung der nicht gewollten Einheitsschule mit der Gefahr der Vermassung und der Nivellierung nach unten dar.

Der Widerstand des Kollegiums unserer Schule gegen die Koop-Schule war natürlich auch vor dem Hintergrund der Konkurrenz und der wachsenden Rivalität zum Nachbargymnasium zu sehen, das dann als „reines“ Gymnasium im Vorteil zu sein schien. Schließlich wurde das Problem durch die gesetzliche Ablehnung der Koop-Schule gelöst. Dennoch sah sich der Schulträger dazu veranlasst, in einem Gespräch mit den beiden Schulleitern der Gymnasien ein Papier vorzulegen, in dem beide für die Zukunft ein kollegiales und konstruktives Miteinander vereinbarten.

 

 

Schüler der ersten Stunde in Stotzheim (1975)

Nach den turbulenten Jahren des Aufbaus und der Unsicherheit setzte zu Beginn der 80er Jahre eine Phase der Konsolidierung ein. Das Gymnasium Sudetenstraße schien eine ganz normale Schule zu werden, in der Hürther Kinder mit ihren Lehrerinnen und Lehrern in Ruhe lernen und arbeiten konnten.

Mit großem Engagement und enormem Einsatz wurden auch außerunterrichtliche Schwerpunkte gesetzt, die bis heute einen Teil unseres Profils ausmachen und sich später in der Wahl des Schulnamens niederschlagen sollten. So entschied man sich 1983 nach längerer Diskussion für die Unterstützung einer Schulfarm in Simbabwe als gemeinsamem sozialem Projekt. Bereits bei den ersten beiden Bazaren erzielte die Schulgemeinde einen Betrag von 25000 DM, der komplett in das Förderprojekt floss.

Aber auch methodisch-didaktisch ging man in dieser Zeit neue Wege. Auf Initiative der SV wurde die 1. Projektwoche 1981 zum Thema „Umwelt“ durchgeführt. Ein Vorhaben, das zunächst bei vielen durchaus auf Skepsis stieß. Die Ergebnisse jedoch, die am Ende des Projekts in einer Ausstellung im Rahmen eines Schulfestes gezeigt wurden, konnten sich sehen lassen. Ein Produkt war die Neugestaltung der Pausenhalle durch Schülerarbeiten, die der Schulträger im Rahmen des Projekts „Kunst am Bau“ finanziell förderte.

Eine letzte Bestätigung für den Erfolg ihre Arbeit erhielten die Schülerinnen und Schüler durch die Verleihung des Umweltpreises der Stadt Hürth.

Aber auch auf anderem Gebiet konnten Preise erzielt werden. Die neu gegründete Puppenspiel-AG errang 1983 in Bochum den Fritz-Wörtelmann-Preis. Im gleichen Jahr gelang den Tennisspielern gar der Gewinn der NRW-Meister-schaft für Schulen. Das 1. Abitur – auch für die meisten Lehrerinnen und Lehrer eine Premiere – wurde ausgesprochen erfolgreich durchgeführt. Hier entstand eine Tradition, die bis heute am ASG Bestand hat. Seit 1983 nämlich wird die Abiturfeier stets in einer Art „Dreiklang“ (so der heutige Schulleiter Hubert Ortmann) von Gottesdienst, feierlicher Verleihung der Zeugnisse und abendlichem Ball durchgeführt. Dabei ist es Ehrensache, dass die Stufen 11 und 12 die Bewirtung der Gäste übernehmen: ein Generationenvertrag.

1984 stand das 1. (kleine) Jubiläum an. In seiner Absprache zum zum 10-jährigen Bestehen erinnerte Schulleiter Kirsten etwas wehmütig an die ersten Monate in Stotzheim, in denen die Schule “stark vom Improvisieren“ gelebt hatte. Da konnten auch schon einmal des Nachbarn Schweine auf dem Schulhof zu Gast sein.
Bürgermeister Rudi Tonn brachte sozusagen als Gastgeschen 1. Preis für die künstlerische Gestaltung der Mauer am Villering durch Schülerinnen und Schüler der Kunstkurse mit. Die Stadt hatte den Wettbewerb für Schulen ausgeschrieben. Der Abend des Festtages stand ganz im Zeichen eines Balles, an dem auch ehemalige Schülerinnen und Schüler neben der aktuellen Schulgemeinde teilnahmen.

Doch korrespondierte auch während dieser Jahre dem internen Findungsprozess und der (scheinbar) ruhigen Entwicklung stets auch ein, z.T. diffuses, Gefühl der Beeinträchtigung durch äußere Einflüsse, die nicht steuerbar waren.

Während der innere Zusammenhalt durch gemeinsame Arbeit , gelungene Feste und Pädagogische Tage zusehends wuchs – Budberg und Ruppichteroth wurden zu geflügelten Worten, und später sprach man teils nostalgisch, teils ironisch vom „Geist von Budberg“- während also im Innern eine echte Schulgemeinschaft wuchs, was bei der großen Zahl ständig neu hinzu kommender Kolleginnen und Kollegen nicht immer ganz einfach war, führten stets neue schulpolitische Debatten immer wieder zu einem Gefühl der Bedrohung vor allem bei denjenigen, die sich für unsere Schule besonders engagierten und verantwortlich fühlten; und das waren nicht Wenige.

Ein Rückgang der Schülerzahlen in dieser Zeit schien nach Jahren des Wachstums ein Indikator zu sein für die Unsicherheit und Unklarheit, mit der unsere Schule in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. So fehlte bereits der 10-Jahresfeier zumindest in der Rückschau etwas an unbeschwerter Heiterkeit und selbstbewusster Leichtigkeit.

 

Szene der legendären Fortbildungsveranstaltung in Budberg im Jahre 1983; v.l.n.r.: Alfred Schäfer, Hubert Ortmann, Walter Henz, vorne: Elisabeth Schmalz

Das Jahr 1986 ist im oben beschriebenen Zusammenhang geradezu als prototypisch anzusehen. Auf der einen Seite wurden beeindruckende und durchaus öffentlich beachtete Ergebnisse schulischen Arbeitens und Lernens erzielt. So reüssierte die Theater-AG auf der Bühne des Bürgerhauses mit dem mehrfach aufgeführten Stück „Peterchens Mondfahrt“, dem ersten von mehreren großen Theaterprojekten am ASG, an dem Lehrer, Schüler und Eltern auf und hinter der Bühne mitwirkten, so dass der „Kölner Stadtanzeiger“ titelte: “Mathelehrer als Sandmännchen“.

Der Weihnachtsbazar erzielte das auch in der Presse stark beachtete „Rekordergebnis“ von 13000 DM, die unserem Schulprojekt in Simbabwe zugute kamen. Beide Projekte waren Ergebnisse ausgesprochen enger und fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen allen am Schulleben beteiligten Gruppen. Auf der anderen Seite geriet die gesamte Schulgemeinde durch die heftig geführte Auseinandersetzung um den neu aufgestellten Schulentwicklungsplan in helle Aufregung und nachgerade in existenzielle Nöte; denn dieser Schulentwicklungsplan führte zu einer nie dagewesenen Schulstandortdiskussion im gesamten Stadtgebiet. Im Kern ging es um die Alternative, ob beide Hürther Gymnasien in Zukunft lebensfähig sein könnten, oder ob es zu einer Fusion im Gebäude an der Sudetenstraße kommen sollte, um damit gleichzeitig Platz zu schaffen für die stark gewachsene Realschule, die dann in das Gebäude an der Bonnstraße einziehen könnte.

Mehr oder weniger offen wurde aber auch das Gerücht gehandelt, dass das Gymnasium Sudetenstraße in eine Gesamtschule umgewandelt werden könnte, um die Hürther Schullandschaft um ein attraktives Angebot zu erweitern und damit gleichzeitig die oben genannte Alternative eindeutig zu klären. Auf einem sog. „Hearing“ am 10. November 1986 kam es im völlig überfüllten Sitzungssaal des Kreishauses zu einer hochexplosiven „Verbalschlacht“(so das „Hürther Wochenende“ vom 12.11.86) zwischen Gegnern und Befürwortern der Fusion.

Schulleiter Kirsten sprach sich eindeutig für die Fusion der beiden Gymnasien aus, da nur so ein qualifiziertes Angebot, vor allem in der Oberstufe, und ein entsprechendes Niveau zu gewährleisten sei. Schulleiter Dr. Draaf dagegen trat vehement ein für den Erhalt „seiner“ Schule, die schließlich auf eine 25-jährige Tradition zurückblicken und durchaus alleine existieren könne.

Die Entscheidung des Stadtrates vom Dezember 1986, die die Selbstständigkeit der beiden Gymnasien garantierte, allerdings mit dem Auftrag zur Kooperation, stürzte unsere Schule in eine echte Krise, zumal das Thema „Gesamtschule“, wie sich später zeigen sollte, keineswegs vom Tisch war.

Das labile Gleichgewicht der Schulleiter der beiden Gymnasien war nach den Auseinandersetzungen um das Schulkonzept in Hürth erheblich gestört:

Links Dr. Draaf und Gerhard Kirsten

In dieser Situation offenbarte sich sozusagen aber auch eine Art „Geburtsfehler“ und ein bis dahin nicht überwundenes Rechtfertigungssyndrom des Gymnasiums Sudetenstraße, das offensichtlich darin bestand, dass es ungerechter Weise – so empfanden es jedenfalls die handelnden Personen – bei den Hürther Bürgern als Ableger, als Filiale, als „kleiner Bruder“ des Gymnasiums Bonnstraße angesehen wurde, schließlich sollte es ursprünglich ja Gymnasium Hürth II heißen, und außerdem bestand die „Filialleitung“ aus ehemaligen Mitgliedern der „Hauptgeschäftsstelle“. Hinzu kam, dass sich die Schule mehr unbewusst als bewusst bis dahin unnötigerweise über die Abgrenzung zum Nachbargymnasium definierte, ohne dabei das eigene Profil unabhängig davon zu schärfen und entsprechend hervorzuheben. Dies zeigen nicht zuletzt die Protokolle der Schulmitwirkungsorgane. Selbst die ersten Versuche und Anregungen der Schule einen Namen zu geben, waren stets dadurch motiviert „sich abzugrenzen“ und dadurch eine eigene Identität zu finden. Ein Phänomen, das durchaus typisch und weit verbreitet ist bei Systemen jedweder Art, die sich in vergleichbarer Situation befinden.

Aber da eine Krise in des Wortes Bedeutung (negativer) Höhepunkt und Wendepunkt zugleich ist, ging das Gymnasium Sudetenstraße aus dieser Situation letztendlich gestärkt und mit neuem Schwung hervor. Nach dem ersten Schock und einer kurzen Phase der Enttäuschung setzte eine offensive Auseinandersetzung mit der Entscheidung des Schulträgers ein, die zu einer Neuorientierung und Identitätsfindung führte, die heute noch wirksam ist und gelebt wird.

Zielstrebig und gewohnt engagiert arbeitete das Kollegium an einer Profilgebung für die Schule, indem bewährte Dinge verstärkt und neue Ideen verfolgt wurden. Theateraufführungen, Musikveranstaltungen und Feste wurden bewusst als identitätsstiftende Ereignisse verstanden.

Die nach wie vor guten Leistungen der Schülerinnen und Schüler wurden auch als Resultat gemeinsamer Anstrengungen und positiven Lernklimas gewertet, das bis heute kennzeichnend für das ASG ist. Ein Coup besonderer Art gelang im Herbst des Jahres 1988. Am 19.9.88 beschloss die Lehrerkonferenz auf Initiative von Engelbert Wefers die Einführung eines bilingual deutsch-spanischen Zweiges zu beantragen, was am 5.10 durch die Schulkonferenz bestätigt wurde. Bereits am 9.11. gab der Stadtrat und am 14.11. die Bezirksregierung „grünes Licht“. Als am 25.11.88 auch das Ok aus dem Kultusministerium kam, formulierte Schulleiter Kirsten mathematisch, was in wenigen Wochen geschehen war: “Dieses Verwaltungstempo konvergiert gegen die behördliche Lichtgeschwindigkeit.“ Ein Bonmot, das ausdrückte, was alle empfanden.

Mit dieser sprachlichen Schwerpunktsetzung . der ersten ihrer Art ind der BRD – zeigten die Verantwortlichen eine erstaunliche Risikobereitschaft und Innovationsfreude. Im Sommer 1989 startete die erste bilinguale deutsch-spanische Klasse 5.

Von nun an erhielt das Gymnasium Sudetenstraße mehr und mehr ein unverwechselbares Gesicht. Und nur aus einem Gefühl der eigenen Stärke und Individualität heraus konnte es gelingen, den größten Angriff auf die Existenz unserer Schule im Sommer 1990 abzuwehren.

In einem erneuten Bedarfsfeststellungsverfahren nach 1985 zur Errichtung einer Gesamtschule hatte die Mehrheitsfraktion des Hürther Stadtrates in einem Fragebogen für die Eltern der Grundschulkinder als potentiellen Standort das Schulgebäude an der Sudetenstraße genannt. Dies hätte bedeutet, dass nach und nach das Gymnasium Sudetenstraße mit der zukünftigen Gesamtschule verschmolzen wäre. In einer zuvor so nie erlebten Geschlossenheit und Entschlossenheit demonstrierten 500 Schüler, Eltern und Lehrer bei der Schulausschuss-Sitzung vom 13.8.1990 ihre Bereitschaft, mit allen Mitteln gegen diese geplante Maßnahme der Stadt vorzugehen. Hauptargumente waren die steigenden Schülerzahlen, der bilinguale Zweig und das offenkundige „Wir-Gefühl“ am Gymnasium Sudetenstraße. Wenn im Endeffekt auch die Tatsache ausschlaggebend war, dass die erforderliche Zahl an Elternstimmen für die Einrichtung einer Gesamtschule nicht erreicht wurde, und deswegen das Thema Gesamtschule und damit auch die Standortfrage ein- für allemal für Hürth beendet war, so hatten wir alle doch das Gefühl gewonnen zu haben, ein ungewohntes und schönes Gefühl.

Auf diese Weise wurden die Jahre 1989/1990 nicht nur für die BRD und die DDR zur Wendezeit. Und Deutschland wurde wieder Fußballweltmeister.

Im Lehrerkonferenzprotokoll vom 25.3.1975 ist unter Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ lapidar vermerkt: „Die Frage nach einem Namen für die Schule wurde wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr behandelt“. 15 Jahre später – nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung um die Gesamtschule – wurde diese Frage jedoch nach mehreren Diskussionsrunden in den Mitwirkungsorganen unter Federführung von Klaus Heinl auf höchst zufriedenstellende Weise beantwortet.

Am 23.9.1991 war es dann soweit. Seit diesem Tag kann sich unsere Schule, die bis dahin recht prosaisch Gymnasium Sudetenstraße hieß, mit dem Namen Albert Schweitzers schmücken, den Albert Einstein einmal als den größten Menschen des Jahrhunderts bezeichnete.

Mit Stolz stellte Schulleiter Kirsten fest: „Was bisher an dieser Schule, die zwar namenlos, aber nicht profillos war, geleistet wurde, hätte sicher die Zustimmung Albert Schweitzers finden können. Ihn wollen wir nicht enttäuschen.“
Diesem Auftrag versuchten alle Mitglieder der Schulgemeinde auch in den Jahren danach gerecht zu werden, und das Engagement wurde in Öffentlichkeit auch ausgesprochen positiv zur Kenntnis genommen. Anlässlich des 20-jährigen Schuljubiläums 1994 machte das „Hürther Wochenende“ mit dem Titel auf:“20 Jahre ASG – einmalig in der BRD“. Damit war zwar in erster Linie der bilinguale Zweig gemeint, aber auch die anderen Facetten unseres Profils wurden entsprechend gewürdigt.

Bei den Feierlichkeiten wurden verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Eine Baumpflanzaktion auf dem Schulhof der Milos-Sovak-Schule in Stotzheim führte Schüler und Lehrer für einen Tag an ihre Wurzeln zurück.

Der Tag des Schulfestes begann mit einem Festakt am Morgen, bei dem das neue Schullogo feierlich enthüllt wurde und endete nach überaus fröhlichem Verlauf erst am Abend. Außerdem gab es zum ersten Mal einen großen Ehemaligenball, der solch starken Zuspruch erhielt, dass er beim 25-jährigen wiederholt werden sollte.
Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumsjahres war allerdings die Theateraufführung „Das Dschungelbuch“, an der über 180 Eltern, Lehrer und Schüler unter der Regie von Akka Wolfshohl in nie dagewesener Gemeinsamkeit und Gemeinschaft über Monate hinweg beteiligt waren. Insgesamt 14 Mal kam das Stück zur Aufführung vor stets ausverkaufter Aula, d.h. vor jeweils über 500 Zuschauern.

Wer allerdings geglaubt hatte, dass nach diesen ungewöhnlichen Anstrengungen zunächst einmal eine Ruhepause oder gar ein Rückgang der Aktivitäten, die über den Alltag hinausreichten, zu verzeichnen wäre, sah sich getäuscht. Einem wichtigen Element des damals noch ungeschriebenen Schulprogramms folgend, das im sozialen Engagement und in der Achtung der Natur bestand, wurde – inspiriert und forciert von Bruno Tuchscherer – ein neues Projekt in Angriff genommen, bei dem das ASG eine „Vorreiterrolle für Hürth“ (Kölner Rundschau vom 5.5.1995) übernehmen sollte.

Ganz im Sinne Albert Schweitzers zeigte unsere Schule durch die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gebäudes ihr Bekenntnis zu einem schonenden Umgang mit den Ressourcen unserer Erde.
Hier setzte sich eine Linie fort, die mit verschiedenen Dritte-Welt-Projekten begonnen hatte, die über die Erringung des Umweltpreises der Stadt Hürth, die Errichtung eines Feuchtbiotops führte und nicht zuletzt in der schon frühzeitig praktizierten Mülltrennung in Klassenräumen ihren Ausdruck fand.
Am 21.9.1996 wurde die sog. Solaranlage von Bürgermeister Rudi Tonn im Rahmen eines Schulfestes mit dem sinnigen Titel „Sonne und mehr – sol y mas“ eingeweiht. Eigens zu diesem Zweck war die Hürther Feuerwehr angerückt, um den Bürgermeister mittels einer Drehleiter auf das Schuldach zu hieven.

„Kurfürst Kiki“ mit diesem Titel bzw. Kosenamen ehrte die preisgekrönte Schülerzeitung „On-Strike“ in einer Sonderausgabe den scheidenden Direktor. „Pater familias“ wäre vielleicht der treffendere Begriff gewesen. Denn wie das Familienoberhaupt in der römischen Antike seiner Familie absoluten Schutz gewährte und dafür unbedingte Treue und Zuverlässigkeit forderte, so „regierte“ Gerhard Kirsten 23 Jahre seine Schule.

Mit ihm ging im Juni ein Stück Schulgeschichte und für manche ein „väterlicher Freund“ (so der stellvertretende Schulleiter Alfred Schäfer in seiner Laudatio). Kirsten hatte dem ASG in unverwechselbarer Weise seinen Stempel bis dahin aufgedrückt.

Ein Jahr zuvor hatte bereits sein langjähriger Stellvertreter Andreas Steuer – ebenfalls eine Institution am ASG – die Schule nach Erreichen des Pensionsalters verlassen.

Aber mit dem Übergang von Gerhard Kirsten zu Hubert Ortmann erfolgte nicht nur ein Wechsel in der Schulleitung, sondern damit ging – sei es Zufall oder Fügung – geradezu ein Paradigmenwechsel in der allgemeinen Schulpolitik einher, die natürlich auch auf das ASG massiv Einfluss nahm und immer noch Wirkung zeigt.

Zunächst jedoch gab es zeitgleich eine Neubesetzung in einem „Herzstück“ der Schule. Frau Emmerich und Frau Grunow wurden in einer kleinen Feier in der Aula von der Schulgemeinde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Ihre Plätze im Sekretariat, nehmen seit dieser Zeit Frau Knoll und Frau Schuhen ein und bemühen sich (erfolgreich) darum, ihren Arbeitsbereich als Anlaufstelle für alle möglichen und unmöglichen Wünsche und Fragen seitens der Schüler und Lehrer aufrecht zu erhalten.

Mit den beiden Hausmeistern, Herr Esser und Herr Meller, blieb jedoch eine wichtige Institution als Kontinuum erhalten.

Der Wandel, der in diesen Jahren auf schulpolitischer Ebene vollzogen wurde, aber der immer noch nicht ganz geschafft ist, war vielleicht vergleichbar mit den tiefgreifenden Veränderungen in der Zeit nach der Ausrufung der „bundesdeutschen Bildungskatastrophe“ durch Picht in den 60er Jahren. Als weitere Stichworte mögen PISA, Schulprogramm, selbstständige Schule, Begabtenförderung, Ganztagsangebote etc. genügen.

Auf diese Herausforderungen und erhöhten Anforderungen – bei gleichbleibenden Ressourcen – reagierte das ASG bis heute mit größtmöglicher Gelassenheit, aber ebensolcher Effektivität. Dabei setzten Schulleiter Hubert Ortmann und sein Stellvertreter Alfred Schäfer von Anfang an auf eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den am Schulleben beteiligten Gruppen, um so brachliegende Ressourcen zu erschließen und möglichst Synergieeffekte zu erzielen.

Als gelungenes Beispiel kann die Einrichtung der Multimedia-Bibliothek im Jahre 1999 gelten, die einerseits durch die Fachkompetenz der Lehrer inhaltlich gestaltet wird, andererseits aber nur durch den zeitlichen Einsatz der Eltern am Leben erhalten werden kann. Unmittelbar an die Bibliothek schließt sich ein sogenanntes Atelier an, ein Raum, der vor allem für das selbstständige Arbeiten der Oberstufenschülergedacht ist. Hier finden die Schülerinnen und Schüler neben den modernen Medien alle wichtigen Standardwerke zu den einzelnen Fächern und aktuelle Unterrichtsmaterialien zu den laufenden Kursen Eine erhebliche finanzielle Unterstützung für dieses Projekt leistet der Förderverein des ASG, dessen Bedeutung im hier beschriebenen Zeitraum angesichts der knapper werdenden öffentlichen Kassen ebenfalls gestiegen ist und ein wesentliches Element des Schullebens darstellt. Viele Projekte (Schulhofgestaltung, Aulabeschallung, Kücheneinrichtung, Bibliothek, Ausstattung von Fachbereichen etc.) wären ohne den Förderverein nicht realisierbar gewesen.

Um auch außerschulische Partner als Unterstützungssysteme zu gewinnen, wurde 1998 in einem ersten Schritt ein Kooperationsvertrag mit dem Chemiepark Knapsack geschlossen.

Im Bereich der Musik gibt es seit 2003 eine Kooperation mit der Musikschule Hürth, die zur Etablierung einer sog. Bläserklasse führte. Auf diesem Gebiet sind sicher noch nicht alle Quellen ausgeschöpft.

Auch das 25-jährige Bestehen des ASG 1999 wurde neben der Betonung des fröhlichen Feierns unter den Aspekt gestellt, das Profil der Schule im Rahmen der Erstellung eines Schulprogramms dergestalt zu schärfen, dass bereits geplante Projekte angeschoben und neue entwickelt wurden.

Hierzu gehörten die Etablierung einer Mittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe ebenso wie die konzeptionelle Weiterentwicklung des Methodenlernens. Die Tatsache, dass das ASG seit 1999 neben der Multimedia-Bibliothek über drei Multimediaräume und ein Lernatelier verfügt, Einrichtungen, die ebenso selbstverständlich benutzt werden, wie die sehr kompetent gestaltete homepage, weisen u.a. darauf hin, welche Veränderungen sich im Hinblick auf Inhalte und Methoden vollzogen haben.

Dazu zählte natürlich auch die Schwerpunktsetzung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld durch die Einrichtung von fachübergreifenden und fächerverbindenden sog. NIM-Kursen, die pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum in die Etablierung einer NIM-Klasse ab Stufe 7 mündeten.

Bei all diesen Veränderungen und Akzentsetzungen wurden auch die Schülerinnen und Schüler verstärkt an der Gestaltung des schulischen Lebens beteiligt. Eine besonders erwähnenswerte Aktion ging in dem Zusammenhang im Jahre 2003 von der SV aus. Unter dem Motto „100 Klassenzimmer für Afghanistan“ organisierten die Schülerinnen und Schüler einen Sponsorenlauf, der die stolze Summe von 28000 € einbrachte. Weitere Spendenläufe mit einem Gesamtergebnis von ca. 60.000 Euro folgten, die für Projekte in Mittelamerika und in Afrika gespendet wurden. Über solche herausragenden Aktivitäten hinaus leisten sie – ganz im Sinne der Ideale Albert-Schweitzers – beispielsweise im Rahmen des Sozialpraktikums der Stufe 10 einen Beitrag im Interesse und zum Nutzen der Schulgemeinde. Der Schulsanitätsdienst, kostenfreie Nachhilfe oder die Mittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe sind nur einige Beispiele dafür. Im Jahr 2007 wurde unsere Schule mit dem Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet.

All das hätte sicher auch die Zustimmung des Hausmeisters Peter Esser gefunden, der ein ausgesprochener Freund der Schüler war. Dies zeigte sich nicht zuletzt bei seiner Verabschiedung im Mai 2006, als er unter tosendem Beifall der gesamten Schülerschaft seine Abschiedsrede in der Aula hielt. Mit ihm ging der letzte Mann der ersten Stunde des ASG.

Seit längerem wurde der Nachmittagsbereich durch die Ausweitung des AG-Angebotes, die Verlängerung der Bibliothekszeiten und die Hausaufgabenbetreuung auf ein neues Fundament gestellt, so dass der Satz, den eine Schülerin anlässlich der 10-Jahresfeier geprägt hatte: „Schule heißt, um 13.20 Uhr beginnt endlich das Leben.“ so schon lange nicht mehr gelten konnte.

Denn die erstaunliche Vielfalt an außerunterrichtlichen Aktivitäten und gemeinsamen Aktionen von Schülern, Lehrern und Eltern führte zu einer ausgesprochen lebendigen Schule auch am Nachmittag. Durch den Beschluss der Landesregierung mit dem Schuljahr 2005 die 8-jährige Gymnasialzeit einzuführen, hat in diesem Bereich des Schullebens jedoch eine neue Zeitrechnung begonnen.

Nun, eine seriöse Einschätzung der Folgen im Sinne der längerfristigen Bedeutung, die die Schulzeitverkürzung auf 8 Jahre (G8) für die Schule hat und haben wird, wird sicher erst in ein paar Jahren möglich sein, wenn etwa der erste Doppeljahrgang 2013 die Abiturprüfung ablegt. Allerdings können an dieser Stelle zumindest die Veränderungen dargestellt werden, die die Reduzierung der Lernzeit am Gymnasium auf 8 Jahre bisher mit sich gebracht hat. Denn im Schulalltag hat geradezu ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Das bezieht sich einerseits auf eine neue Rhythmisierung des Schultages und eine andere Taktung der Stunden, d.h. nach einer sechzig-minütigen Mittagspause geht der Unterricht noch einmal weiter bis 15.45 Uhr.

Es wäre allerdings eine Illusion zu glauben, dass die Veränderungen sich nur auf die zeitliche Verlängerung des Schultages beziehen, alles Andere aber so bleiben kann wie bisher. So wurde zunächst einmal die Mittagspause so gestaltet, dass die Schülerinnen und Schüler in der Mensa essen können, aber auch an Aktivitäten (offene Turnhalle, Spiele etc.) teilnehmen können. Vor allem aber bedingt die Tatsache, dass sich der Umfang der Lernzeit pro Tag vergrößert hat, eine Veränderung des Unterrichts. So ist die methodische Weiterentwicklung des Unterrichts ebenso unabdingbar wie die verstärkte Arbeit an einer den genannten Herausforderungen angemessenen Haltung und Einstellung aller am Lernprozess Beteiligten. Seither sind folgende Aspekte Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit am Albert-Schweitzer-Gymnasium: Verhalten innerhalb und außerhalb des Unterrichts, Anstrengungsbereitschaft, methodisches Arbeiten sowie individuelle Förderung.

In diesem Zusammenhang erhielt so auch die Schulvereinbarung des ASG, die in einem längeren Austausch aller am Schulleben beteiligten Gruppen entwickelt und anlässlich der Abiturzeugnisverleihung 2007 in einem feierlichen Akt als Gründungsurkunde unterzeichnet wurde, eine neue Bedeutung. Die gesamte Vereinbarung, die die Selbstverpflichtung der Schulgemeindemitglieder im Geiste der Albert-Schweitzer-Ideale auf ein gemeinsames Handeln und menschliches Miteinander beinhaltet, steht unter dem Titel „Wir am ASG“. Damit wurde das Motto des 30jährigen Bestehens aufgenommen und das vorherrschende allgemeine Gefühl an unserer Schule zutreffend beschrieben.

Am 16.7.2011 wurde unser Schulleiter Hubert Ortmann in einem feierlichen Festakt, den Dr. Stefan Thies als Vertreter der Bezirksdirektorenkonferenz als „äußerst beindruckend und dem Anlass sehr angemessen“ bezeichnete, verabschiedet. Mit ihm ging eine Ära zu Ende, die im August 1997 ihren Anfang genommen hatte. Schüler, Eltern und Vertreter der Stadt und der Bezirksregierung bezeugten Ortmann in Reden , musikalischen und szenischen Beiträgen ihre Sympathie und Anerkennung.

Der stellvertetende Schulleiter Alfred Schäfer würdigte in seiner Laudatio Hubert Ortmann als strategischen Kopf und wahren Menschenfischer, der das ASG in Zeiten großer schulischer Veränderungen und Umbrüchen, für die es keine Vorbilder gegeben habe, souverän und zu neuen Ufern geführt hat. Unter Hubert Ortmanns Leitung nahm das ASG einen ungeheuren Aufschwung. Natürlich habe er nicht alleine bewirken können, dass der Spanischzweig diese grandiose Entwicklung genommen habe, dass wir einen NIM-Schwerpunkt haben und  dass wir CertiLingua-und Comenius-Schule seien. Er habe auch nicht alleine zu verantworten, dass die musischen Fächer blühen und produktiv seien wie nie zuvor. Aber er habe das getan, was ein guter Schulleiter tun müsse. Er habe die richtigen Menschen für diese Aufgaben gewonnen und ihnen die Möglichkeit gegeben sich und die Sache zu entwickeln. Dabei habe  er stets eigene Impulse gesetzt und sei kompetenter Gesprächspartner gewesen.

Schäfer erinnerte an Ortmanns Amtsübernahme, als der damalige Schülersprecher gesagt habe, dass der scheidende Schulleiter Gerhard Kirsten große Fußstapfen für Ortmann hinterlassen habe. Er betonte, dass Ortmann sie mehr als ausgefüllt habe und seinem Nachfolger eine blühende, lebendige Schule mit unverwechselbarem Profil hinterlasse. Schäfer schloss seine Rede mit einem Wortspiel: Hubert Ortmann – ein guter Mannfür diesen Ort.

Carsten Henn hatte als Moderator bei der Revue anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des ASG von der „Eifel-Connection“ gesprochen, der die Schule seit ein paar Jahren in die Hände gefallen sei.

Auch die Dezernentin unserer Schule, Frau Margarete Radermacher, nahm diesen Gedanken auf, als sie anlässlich der feierlichen Verabschiedung von Georg Fischer auf die „Mayener Jungs“ anspielte.

Gemeint war damit, dass Georg Fischer und Alfred Schäfer als ehemalige Schüler des Mayener  Megina – Gymnasiums das ASG 4 Jahre in großer Harmonie und Freundschaft gemeinsam geleitet hatten.

In seiner Laudatio wies Alfred Schäfer darauf hin, dass Georg Fischer gar nicht versucht habe, in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten, sondern seine eigenen Weg eingeschlagen habe und damit die Schule in Ihrer Entwicklung voran gebracht habe.

4 Jahre seien zwar keine Ewigkeit, sondern eben mal die Zeit einer Olympiade. Aber es seien 4 gute Jahre für das ASG gewesen, so Schäfer

Und in der Tat wurden unter der Leitung von Georg Fischer wichtige Entwicklungen, die zwar unter seinem Vorgänger bereits angestoßen oder geplant waren, nun zu einem erfolgreichen Ende gebracht.

Nach intensiven Diskussionen in den Gremien der Schule wurde nach Genehmigung durch den Schulträger der Ganztagsbetrieb aufgenommen, was eine tiefgreifende Veränderung des Schullebens mit sich brachte.

Die Weiterentwicklung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunktes lag Georg Fischer besonders am Herzen, so dass das ASG zu den Anwärtern für das Prädikat Mint-EC-Schule zählt.

Grundlegende bauliche Veränderungen konnten nach Auszug der Hauptschule Hermülheim unter seiner Ägide durchgeführt werden, so dass der komplette Verwaltungstrakt inklusive der Lehrerzimmer neu strukturiert werden konnte.

Schließlich kam der langersehnte Neubau der Mensa nach Jahren des Provisoriums ebenfalls zu einem glücklichen Ende.

Bei all diesen Entscheidungen zeigte sich Georg Fischer als moderater, aber zielstrebiger Vorgesetzter, der durch seine sanfte und freundliche Art Menschen für notwendige Veränderungen und  Entwicklungsprozesse gewinnen konnte. Dabei stellte er stets persönliche Interessen und Ambitionen in den Dienst des ASG.

Darauf wiesen auch die Vertreter der Eltern- und Schülerschaft hin, die dem scheidenden Schulleiter ebenso herzlich dankten wie Bürgermeister Walther Boecker.

Zum Abschied wünschte die Schulgemeinde ihrem scheidenden Schulleiter „Otium cum dignitate – Muße mit Würde“.

Als Nachfolgerin von Herrn Fischer lenkte ab dann mit Frau Willenbrink zum ersten Mal eine Frau die Geschicke des ASG.

„Beatus ille, qui procul negotiis – Glücklich ist jener, der fern von Geschäften ist“. Dieser Satz des lateinischen Dichters Quintus Horatius Flaccus überschrieb die feierliche Verabschiedung des stellvertretenden Schulleiters des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Alfred Schäfer. 37 Jahre lang – und damit die gesamte Zeit als Lehrer nach dem Referendariat – war er am ASG tätig.

Nach einer musikalischen Einstimmung ehrte Guido Bösader als Vertreter des Kollegiums Alfred Schäfer in seiner Rede „In honorem Alfredi“. Dabei betonte er unter anderem dessen lösungsorientiertes Vorgehen in Schulangelegenheiten und bezeichnete ihn als „unser aller Vorbild“. Entsprechend gerührt und dankbar nahm Alfred Schäfer diese Ehrung an.

Als langjährige Schülermutter und Vorsitzende der Schulpflegschaft trat Uschi Mönch ans Rednerpult und blickte auf die vergangenen Jahre zurück. Sie lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit Alfred Schäfer und dessen Bereitwilligkeit, immer und überall ansprechbar zu sein, auch wenn beide, wie sie schmunzelnd hinzufügte, nicht immer derselben Meinung gewesen seien.

Es folgten Abschiedsworte von Schulleiterin Birgit Willenbrink. Sie wies darauf hin, dass es auf den Tag genau 37 Jahren her war, dass Alfred Schäfer seinen Dienst am ASG antrat, und dankte ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für die Schule. Die Überreichung der Entlassungsurkunde markierte dann ganz offiziell das Ende seiner Zeit als Lehrer und stellvertretender Schulleiter.

Dass dies kein einfacher Schritt für Alfred Schäfer war, merkte man ihm in seinen abschließenden Worten an die Schulgemeinde an. Immer wieder unterbrochen von Applaus, verlieh er seiner tiefen Dankbarkeit für die Zeit an seiner Schule Ausdruck und betonte, dass ihm in erster Linie das Wohl der Schülerinnen und Schüler am Herzen lag. Das Zitat von Albert Schweitzer, „Jeder Mensch geht uns als Mensch etwas an“, habe ihm dabei immer als Richtlinie für sein Handeln gedient. Abschließend hob er noch einmal hervor, wie er das Zusammenspiel aller am Schulleben Beteiligten immer gesehen hat, nämlich als ein „Wir am ASG“, und gab in diesem Sinne Kollegen, Eltern und Schülern seine guten Wünsche mit auf den Weg. Tosender Beifall und stehende Ovationen waren Ausdruck von Dankbarkeit und Wehmut auf beiden Seiten.

Den Abschluss der feierlichen Veranstaltung machte der erweiterte Lehrerchor, in dem Alfred Schäfer selber jahrelang Mitglied war. Beim Vortrag der umgetexteten Köln-Hymne „Mer han e Hätz för Alfred“ übermannten die Emotionen nicht nur den Geehrten, sondern auch viele im Chor und im Publikum.

Mit Alfred Schäfers Verabschiedung ging eine Ära am ASG zu Ende. Die Schulgemeinde bedankt sich noch einmal bei einem Menschen, der die Schule im Laufe dieser langen Zeit verkörpert hat wie kein anderer und der sich, wie er selber sagte, in der Rolle des ewigen Zweiten stets wohlgefühlt hat.