Mehr als Schule – Fragen, die sonst kaum beantwortet werden (Zukunftstag der EF)

Gedichtsanalysen in mehreren Sprachen, komplizierte Formeln und jede Menge Fachwissen. In der Schule lernen wir vieles, was uns auf Prüfungen und Studium vorbereitet. Doch wie bewirbt man sich richtig bei einem Unternehmen? Worauf sollte man bei der Suche nach einer Wohnung achten? Welche Möglichkeiten gibt es, sein Geld sinnvoll zu sparen, und welche Steuern werden wir später eigentlich zahlen müssen? Mit genau solchen Fragen beschäftigte sich die Stufe EF am 30.09. beim Zukunftstag am Albert-Schweitzer-Gymnasium.
Von 8 bis 14 Uhr fand im Rahmen der Aktionswoche, in der wir den richtigen Umgang mit den neuen iPads lernen, ein kleiner Exkurs in die Zukunft statt. Dabei nahm die EF an verschiedenen Workshops teil und erhielt praktische Einblicke in Themen, die uns spätestens nach der Schulzeit im Alltag begegnen werden. Unterstützt wurde der Zukunftstag unter anderem durch Referentinnen und Referenten der Dr. Meyer Stiftung, des Projekts Zukunftstag, der LBS sowie der Kreissparkasse Köln.

Um einen möglichst umfassenden Einblick in die verschiedenen Bereiche zu bekommen, wurde die EF in kleinere Gruppen aufgeteilt, die nacheinander an den vier Workshops teilnahmen. Dabei beschäftigten wir uns mit Fragen, die vom ersten Schritt ins Berufsleben bis hin zum Umgang mit dem eigenen Geld reichten.

Der erste Workshop beschäftigte sich mit dem Thema Berufsstart. Dabei ging es nicht nur um die Frage, für welche Branche oder welchen Beruf man sich entscheiden möchte. Schritt für Schritt wurde auch erklärt, wie der Weg von der ersten Orientierung bis zur Bewerbung aussehen kann. Neben Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung wurden außerdem die Rechte von Bewerberinnen und Bewerbern thematisiert. Dadurch bekamen wir einen Überblick darüber, worauf man beim Einstieg in die Berufswelt achten sollte und wie man sich möglichst gut auf diesen Schritt vorbereiten kann.

Nach dem Berufsstart ging es im nächsten Workshop um ein Thema, das ebenfalls irgendwann auf viele von uns zukommt: das eigene Wohnen. Dabei beschäftigten wir uns zunächst mit der Frage, welche Kriterien bei der Suche nach einer passenden Wohnung wichtig sind. Neben der Lage und der Größe der Wohnung spielten dabei auch die Verkehrsanbindung, die Höhe der Miete sowie die Ausstattung eine wichtige Rolle. Anschließend wurden unter anderem der Mietvertrag sowie die Rechte und Pflichten von Mieterinnen und Mietern besprochen und dessen Aufbau analysiert. Besonders praxisnah wurde es bei einer Kostenübersicht. Anhand einer echten Nebenkostenabrechnung schauten wir uns genauer an, für welche Ausgaben beim Wohnen Kosten entstehen können und wie sich diese zusammensetzen. Dabei ging es von der Kaltmiete über verschiedene Nebenkosten bis hin zu weiteren Ausgaben für das alltägliche Wohnen und die Einrichtung. So wurde deutlich, dass die tatsächlichen monatlichen Kosten deutlich über die reine Kaltmiete hinausgehen können. Der Workshop zeigte, warum es wichtig ist, vor dem Einzug ein realistisches Budget aufzustellen und nicht nur auf die Kaltmiete zu achten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Zukunftstags lag auf dem Thema „Finanzen“. Hier ging es vor allem darum, wie man mit dem eigenen Geld sinnvoll umgehen und frühzeitig für die Zukunft planen kann. Zunächst wurden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, Geld zu sparen und Rücklagen aufzubauen. Dabei beschäftigten wir uns auch mit unterschiedlichen Investitionsmöglichkeiten und der Frage, wie man sein Geld langfristig vermehren kann.
Im zweiten Teil des Workshops wurden uns verschiedene Kontoarten vorgestellt und erklärt, welche Konten für unterschiedliche Zwecke genutzt werden können und worin sich diese voneinander unterscheiden. Dabei wurde deutlich, dass ein Girokonto vor allem für den alltäglichen Zahlungsverkehr genutzt wird, während andere Kontoarten eher zum Sparen oder zur Geldanlage dienen. Auch der bewusste Umgang mit den eigenen Ausgaben spielte eine wichtige Rolle. Wir lernten, warum es sinnvoll ist, Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten und sich frühzeitig finanzielle Ziele zu setzen. So vermittelte auch dieser Workshop einen möglichst praxisnahen Überblick darüber, wie man seine eigenen Finanzen organisieren und gleichzeitig langfristig planen kann.

Den Abschluss der vier Workshops bildete das Thema „Steuern“. Zunächst bekamen wir einen Überblick darüber, welche verschiedenen Steuern es gibt und unter welchen Voraussetzungen beziehungsweise ab welcher Höhe bestimmte Steuern anfallen. Dabei wurde auch betrachtet, welche Unterschiede sich je nach Einkommen und beruflicher Situation ergeben können.
Besonders praxisnah wurde es bei der Betrachtung einer echten Lohnabrechnung. Anhand dieser konnten wir nachvollziehen, welche Abzüge direkt vom Bruttogehalt vorgenommen werden und wie daraus letztendlich der Nettolohn entsteht. Neben den Steuern beschäftigten wir uns dabei auch mit weiteren Abgaben, die auf einer Lohnabrechnung zu finden sind. Durch das konkrete Beispiel wurde deutlich, dass vom Bruttogehalt nicht der gesamte Betrag tatsächlich auf dem eigenen Konto landet. Der Workshop gab uns damit einen ersten Einblick in die finanziellen Auswirkungen, die ein eigenes Einkommen und der Einstieg ins Berufsleben mit sich bringen.

Nach sechs Stunden voller neuer Informationen und praktischer Beispiele endete der Zukunftstag für die EF um 14 Uhr. Dabei wurde deutlich, wie viele Fragen rund um Beruf, Wohnen, Finanzen und Steuern uns in den nächsten Jahren tatsächlich beschäftigen werden. Gerade weil solche Themen im normalen Schulalltag nur selten ausführlich behandelt werden, bot der Zukunftstag eine gute Möglichkeit, sich frühzeitig mit ihnen auseinanderzusetzen und Wissen für das eigene Leben zu sammeln. Gleichzeitig bildete er einen besonderen Teil der Aktionswoche rund um unsere neuen iPads. Denn durch die voranschreitende Digitalisierung verändert sich nicht nur unser Umgang mit Technik, sondern auch die Arbeits- und Lebenswelt, auf die wir uns als Schülerinnen und Schüler vorbereiten müssen. Der Zukunftstag bot uns dabei die Möglichkeit, neben digitalen Kompetenzen auch wichtige praktische Kenntnisse für unsere Zukunft zu sammeln.

Luis Vogt (EF)